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Doppelagenten
Es gibt eine Welt ausserhalb des Mucho Gusto und der SchampBar. Und weil Geri Weibel dazu neigt, sich seiner Umgebung anzupassen, gibt es auch einen Geri Weibel ausserhalb des Geri Weibels, den wir kennen.
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Geri kann sich in diesen Welten bewegen, ohne deshalb in eine Identitätskrise zu geraten. Der Mensch ist vielschichtig, sagt er sich, wie das Leben.
Natürlich ist es entscheidend, dass nichts überlappt. Die Vorstellung, Freddy Gut aus der SchampBar könnte ihn dabei ertappen, wie er in roten Wandersocken mit Onkel Karl und Tante Erna auf der Riederalp Käsefondue mit Tomaten isst, hat ihn damals den Ausflug beinahe absagen lassen. Und an der Waldweihnacht der „Jungen Kirche“ seines Neffen Reto hat er sich sehr vorsichtig umgeschaut, bevor er sich eine Fackel aushändigen liess. Als er, noch ergriffen von der Feier, spät in der SchampBar auftauchte, als ob nichts wäre, war er sich vorgekommen wie der Spion, der aus der Kälte kam.
Aber meistens kommt er sich eher vor wie ein Doppelagent. Und wie ein solcher verliert er bei dem ständigen Hin und Her zwischen den Fronten manchmal den Überblick.
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Doch in der Regel gelingt es Geri, die Welten auseinanderzuhalten. Und falls ihm einmal eine kleine Unaufmerksamkeit unterläuft, sind sich die Welten so fremd, dass die eine die Signale aus der andern nicht als solche erkennt.
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„Die Weltenfrage“ aus „Richtig Leben mit Geri Weibel“ von Martin Suter, erschienen 2001 bei Diogenes


